BDSM für Anfänger: Alles, was Du über BDSM wissen musst


Fangen wir mal am Anfang an: BDSM steht für Bondage & Discipline (Disziplin), Dominance (Dominanz) & Submission (Unterwerfung), und Sadismus & Masochismus. Es dreht sich alles um eine bestimmte Form von Machtausübung und Unterwerfung, die häufig (aber nicht zwangsläufig) in der Sexualität ausgelebt werden.

Gut zu wissen: Die Grundbegriffe des BDSM


Die Welt des BDSM hat eine ganz eigene Sprache. Bevor Du also loslegst, solltest Du ein paar Grundbegriffe draufhaben. Wir haben die wichtigsten für Dich zusammengefasst:


Bondage: Fesselspiele – fessel Deinen Lover oder lass Dich von ihm fesseln.
Disziplin: Auf Ungehorsam folgt Strafe.
Dominanz: Das Ausüben von Macht.
Unterwerfung: Sich freiwillig der Macht des Partners hingeben.
Sadismus: Wenn Du Deinem Lover Schmerzen zufügst und das genießt.
Masochismus: Wenn Du es genießt, Dir Schmerzen zufügen zu lassen.
Dom: Der dominante Partner, der während der BDSM-Spiele die Zügel in der Hand hat.
Sub: Der Sub unterwirft sich dem Dom und folgt seinen Regeln.
Switch: Jemand, der gerne mal zwischen devoter und dominanter Rolle wechselt.

2. BDSM IM ALLTÄGLICHEN SEXLEBEN


Die meisten Pärchen experimentieren mit Soft-BDSM und bleiben auch bei der softeren Variante. Hier sind die Verletzungs-Risiken wesentlich geringer und die Hemmschwellen nicht so hoch.

Soft-BDSM ist dabei keineswegs eine minderwertige Form des BDSM. Du musst Dich nicht zwangsläufig komplett in Lack und Latex hüllen. Im Vordergrund steht das Verhältnis von Macht und Hingabe. Das kann sich schon in kleinen Gesten zeigen, die Dir sicher auch bekannt vorkommen. Zum Beispiel Fingernägel, die Kratzspuren auf dem Rücken hinterlassen. Oder die eine oder andere bestimmte Aufforderung, das Führen des Partners im Affekt des Liebesspiels, wenn Du Deinem Lover in das Haar greifst und seinen Kopf zwischen Deine Schenkel führst. Das alles sind schon erste kleine Spielereien mit Dominanz und Unterwerfung. Wenn Ihr Euch entscheidet, einen Schritt weiter in Richtung BDSM zu gehen, ist es wichtig, dass Ihr Eure Grenzen festlegt – Eure eigenen und die Eures Lovers. Rücksicht und Vertrauen sind besonders wichtig im BDSM.

Im BDSM bedeutet das SSC. Das steht für Safe, Sane and Consensual. Übersetzt heißt das "Sicher, vernünftig und gemeinsam" Das hat eine wichtige Bedeutung:

Sicher
Geht kein (gesundheitliches) Risiko ein. Bedenkt immer, dass Ihr einander auch verletzen könntet und verhindert alles, dass das wirklich passiert. Das heißt auch: Wenn Ihr Euch gegenseitig mit Schnüren fesselt, habt immer eine Schere in der Nähe.

Vernünftig
Bleibt nüchtern. Vermeidet Alkohol und jede Art von Drogen. Nur so könnt Ihr die Risiken realistisch einschätzen. Es geht hier schließlich nicht nur um Euch, sondern auch um Euren Partner.

Gemeinsam
Auch im BDSM sollte, wie in jeder anderen sexuellen Spielart, der Spaß für alle im Vordergrund stehen. Deshalb sollte alles nur mit Zustimmung aller Beteiligten passieren. Der Dom hat zwar das Sagen, er macht jedoch nichts, das sich gegen den Willen des Subs richtet. Dafür solltet Ihr ein Code-Wort vereinbaren, das zum Einsatz kommt, wenn eine Grenze überschritten wird.


Lust bekommen? Hier geht's zu den BDSM-Artikeln >

3. GNADE! WÄHLT UNBEDINGT EIN CODE-WORT!


Damit der Spaß so richtig losgehen kann, braucht Ihr ein Code-Wort. Das Code-Wort dient vor allem der Sicherheit des Subs. Wird eine Grenze überschritten oder hält der Sub die Schmerzen nicht mehr aus, kann er das Code-Wort nennen und das Spiel ist sofort vorbei. Das dient nicht nur der Sicherheit sondern auch dem Spaß. Schließlich könnt Ihr Euch nur so sicher sein, dass beide Partner noch Spaß haben und müsst Euch nicht ständig fragen, wie weit Ihr gehen dürft.

Am besten wählt Ihr ein Code-Wort, das nichts mit BDSM zu tun hat. Wörter wie "Gnade", "Stopp" oder "Nein" sind nicht geeignet, weil sie zum gängigen Wortschatz von BDSM-Spielen gehören. Einigt Euch also lieber auf ein Wort, das nichts mit dem Thema zu tun hat. Wir haben ein paar Beispiele für Euch:


Eine Farbe (Rot, Gelb oder Lila ...)
Obst oder Gemüse (Apfel, Banane oder Brokkoli ...)
Ein Alltagsgegenstand (Bleistift, Kugelschreiber, Drucker ...)

Wählt ein möglichst einfaches Code-Wort. Schließlich soll es Euch dann einfallen, wenn es brenzlig wird. Wenn Ihr vorher noch lange nachdenken müsst, kann das sehr unangenehme Folgen haben.

Wenn Ihr Euch auf ein Code-Wort geeinigt habt, haltet Euch auch daran. Das heißt, dass der Dom sofort mit allem aufhört, wenn der Sub das Code-Wort sagt und ihm behilflich ist. Das Spiel ist dann sofort vorbei. Alles andere ist Machtmissbrauch und hat mit BDSM nichts mehr zu tun.

Wählt ein einfaches Wort, das klar verständlich ist, dann kommt es nicht zu Missverständnissen.

4. BDSM-TIPPS


BDSM ist vielseitig. Deshalb lohnt es sich, die einzelnen Buchstaben gemeinsam unter die Lupe zu nehmen.


B wie Bondage

Bondage steht für die Kunst des Fesselns. Dabei wird die Bewegungsfreiheit des Subs so weit eingeschränkt, dass er bestimmte Handlungen nicht mehr ausführen kann. Zum Beispiel die Hände benutzen oder das Schlafzimmer verlassen. Am häufigsten kommen dabei wohl Handschellen zum Einsatz. Wer allerdings in der Welt des Bondage zu Hause ist, der wird wissen, dass es noch viel kunstvoller geht. Zum Beispiel mit Schnüren und Seilen.

Von zart bis hart – so geht Bondage:

Bondage mit Kleidungsstücken
Du willst Deinem Lover die Hände auf den Rücken binden, hast aber gerade kein Seil zur Hand? Versuch's doch mal mit Deiner Strumpfhose oder einem BH. Du kannst auch seine Krawatte nehmen, die lässt sich schön festziehen. Achte aber darauf, dass Du den Knoten wieder lösen kannst, sonst musst Du das Kleidungsstück am Ende zerschneiden. Wäre doch schade, wenn's Dein Lieblingsteil erwischt.

Bondage mit Handschellen
Von niedlich bis naughty ist auch hier alles drin. Ob Deine Handschellen mit Plüsch bezogen oder aus Leder sein sollen, bleibt Deiner Vorliebe überlassen. Solltet Ihr Handschellen mit Schloss verwenden, stell sicher, dass der Schlüssel immer in Reichweite ist.

Bondage mit Stoff
Vielleicht ein Handtuch? Oder die Strumpfhose, die gerade auf dem Schlafzimmerboden liegt? Nehmt einfach, was Ihr gerade zur Hand habt. Der Vorteil von Stoff ist, dass er meist weicher ist als ein Seil oder Handschellen. Ihr werdet erstaunt sein, welche Fessel-Gegenstände Euer Haushalt so hergeben kann.

Bondage mit Seilen
Euer Haushalt gibt einige Materialien für eine ausgedehnte Bondage-Session her. Ihr müsst nur die Augen offenhalten. Eine Wäscheleine lässt sich zum Beispiel im Handumdrehen in ein reißfestes Bondage-Seil verwandeln. Oder geht doch mal gemeinsam in den Baumarkt. Dort findet Ihr viele verschiedene Seile, die Ihr Euch direkt zuschneiden lassen könnt. Achtet dabei nicht auf jeden Meter. Nichts ist frustrierender als ein zu kurzes Bondage-Seil. Hier findet Ihr ein paar Tipps zu Seilen und Knotentechniken.

Wie auch immer Ihr Euch in Zukunft fesseln wollt, achtet stets darauf, dass für Sicherheit gesorgt ist. Schere oder Schlüssel sollten immer in Reichweite sein.


Zu den Bondage-Artikeln >

Dein Lover liegt verbunden vor Dir? Dann haben wir ein paar Ideen, was Du mit ihm anstellen könntest.

Starte mit einem sanften Streicheln
Mit den Händen, mit dem Staubwedel, einer Feder oder Deiner Haarbürste ... Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, mach, wonach Dir der Sinn steht.

Raub ihm die Sicht
Wenn Dein Lover nichts mehr sieht, wird jede Deiner Berührungen zur Überraschung und damit noch intensiver. Steiger die Spannung und lass ihn nicht wissen, was als nächstes kommt.

Zeit für eine Massage
Dein Lover liegt Dir also gefesselt und bewegungslos zu Füßen. Das solltest Du unbedingt ausnutzen. Verwöhne ihn mit einer sanften Massage, berühre ihn an Stellen, an denen Du ihn schon immer mal berühren wolltest, koste es richtig aus. Für zusätzliches Prickeln solltest Du unbedingt mal eine Massagekerze ausprobieren. Das heiße Wachs verwandelt sich in seidiges, warmes Massageöl, ideal für intensive Soft-BDSM-Spiele.

Treib ihn auf die Spitze
Edging heißt das Stichwort – verwöhne Deinen Partner bei einer zärtlichen Massage und bringe ihn dabei immer wieder an den Rand des Orgasmus, lass ihn aber nicht kommen. Das wird ihn wahnsinnig machen vor Lust – und er kann nichts dagegen tun. Wann Du genug mit ihm gespielt hast, die Spannung hoch genug ist und er endlich kommen darf, entscheidest alleine Du. Eins allerdings ist sicher: Diesen Orgasmus wird er nie mehr vergessen!

Zu den Massage-Artikeln >

Fütter Deinen Lover
Liebe geht durch den Magen. Und es kann so sinnlich sein, gefüttert zu werden. Kleine Fruchtstücke mit Schokolade oder ein Glas Sekt sorgen für ein prickelndes Vorspiel. Bleibt aber vorsichtig mit dem Alkohol. Schließlich wollt Ihr einen klaren Kopf behalten

Leg eine Show hin
Dein Lover ist gefesselt und kann sich nicht mehr bewegen? Zeit für eine richtig heiße Show! Natürlich außerhalb seiner Reichweite. Lass ihn nur zusehen, es wird ihn um den Verstand bringen. Ob er sich oder Dich dabei anfassen darf, bestimmst ganz alleine Du. Auch, ob er einen Orgasmus haben darf, liegt nur in Deiner Hand!

Versuch's doch mal mit einem Sex Toy
Ihr habt Euren Lover gefesselt und wollt einen Schritt weitergehen? Dann nehmt Euch ein passendes Love Toy zur Hand. Das kann ein Vibrator sein, mit dem Ihr Euren bewegungslosen Lover verwöhnt, kann aber auch einfach eine sinnliche Massagekerze sein, deren Wachs sich in wunderbar warmes Öl verwandelt. Oder Ihr versucht es mal mit einem Körperpuder, das Ihr Eurem Lover vom Körper leckt. Lasst Eurer Fantasie einfach freien Lauf.


Zu den Vibratoren >

Du hast ihn in der Hand
Denk dran: Dein Lover ist gefesselt und Dir damit ausgeliefert. Wenn Du ihn ordentlich aufgeheizt hast, wirst Du schnell feststellen, dass er Dir ab jetzt jeden Wunsch erfüllen wird. Nutz das aus und lass ihn versprechen, dass er ab morgen den Abwasch macht – und zwar nackt! Achte aber auch darauf, dass er es wirklich tut. Wenn nicht, dann folgt auch am nächsten Tag noch eine Strafe. Ein bisschen Erziehung gehört schließlich auch dazu.

Intensiver Lustschmerz – wenn Ihr es beide wirklich wollt
Das Spiel ist in vollem Gange und Ihr seid beide noch dabei? Gut. Dann wird es Zeit, den nächsten Schritt zu gehen. Füge Deinem Lover prickelnde Lustschmerzen zu. Zum Beispiel mit einer Peitsche oder Nippelklemmen. Du kannst ihm sogar (leichte) Elektroschocks verpassen, wenn es Euch beiden gefällt.

Fesselspiele haben aber nicht zwangsläufig mit Schmerzen zu tun. Geht diesen Schritt gemeinsam und und auch nur, wenn es beiden wirklich Spaß macht.

Wenn Dich das Verletzungsrisiko abschreckt oder Du Bondage ganz allgemein als einen zu großen Schritt empfindest, haben wir eine sanftere Alternative für Dich: Fessel Deinen Lover mit Worten. Befiel ihm bestimmte Körperteile nicht mehr zu benutzen, er darf sich Dir nicht widersetzen und sich erst dann wieder bewegen, wenn Du es erlaubst.

Das klingt im Vergleich zu Seilen und Schnüren vielleicht sehr soft. Aber probier es ruhig einmal aus, Du wirst schon sehen, dass "Verbales Bondage" seine ganz eigenen Reize hat. Auch BDSM-Fortgeschrittene sollten das unbedingt mal versuchen.

D WIE DISZIPLIN


Das "Verbale Bondage" fällt eigentlich eher in die Kategorie Disziplin. Unter Disziplin wird im Bondage die Erziehung eines Subs verstanden. Fehltritte des Subs müssen natürlich bestraft werden. Deswegen kann das D für Disziplin auch als D für Dominanz gelesen werden. Der Dom bestimmt sowohl die Regeln, als auch die Strafen bei Regelverstoß.

Gerade die Disziplin ist ein wichtiger Faktor im Machtverhältnis von Dom und Sub und ist ein wesentlicher Bestandteil von BDSM. Wir haben ein paar Anregungen für Euch:


Mögliche Befehle:
Zieh Dich aus ... und zwar langsam!
Fass Dich an ... ohne dabei zu kommen!
Warte zu Hause auf mich ... nackt!
Lass mir ein entspannendes Bad ein!
Leck mich!
Augen zu!
Mögliche Strafen:
Leck mich!
Putz das Bad ... nackt!
Drei Schläge auf den Hintern.
Drei Peitschenhiebe auf den Hintern.
Eine Woche keinen Sex.
Eine Woche lang jeden Tag Sex.
Mögliche Belohnungen:
Eine Woche lang jeden Tag Sex.
Küssen.
Loben.
Ein Schluck Sekt.
Massage.
Orgasmus.

Eigentlich ist der Schritt zur Disziplinierung gar nicht so groß. Schließlich ist uns allen doch schon mal im Eifer des Gefechts der ein oder andere Befehl rausgerutscht. Nur dass eine Missachtung keine großen Folgen hatte. Es liegt an Euch, das jetzt zu ändern.

D WIE DOMINANZ UND S WIE SUBMISSION


Diese zwei Buchstaben von BDSM lassen sich am besten zusammenfassen, weil das eine ohne das andere nicht auskommen kann. Schließlich braucht es einen dominanten und einen devoten Partner.

Der Dom ist derjenige, der den Sub leitet, seine Handlungen bestimmt und belohnt oder bestraft. Das Ausüben von sexueller Macht kann sehr erotisch sein, heißt allerdings nicht, dass er nicht auch mal ein paar Peitschenhiebe einsteckt. Wenn er drauf steht, kann der Dom seinen Sub auch die Aufgabe erteilen, ihn auszupeitschen.

Ein Sub wird nicht nur einfach dominiert, er will es auch. Der Sub ist nicht etwa ein Opfer, er möchte gehorsam sein und verlangt die Dominanz seines Lovers. Ein Sub erlebt die eigene Unterwürfigkeit Partners genauso lustvoll wie die Dominanz des Partners. Deshalb ist Vertrauen die absolute Grundvoraussetzung für SM und ein Code-Wort, mit dem das Spiel sofort unterbrochen werden kann, absolut unverzichtbar.

Im Soft-BDSM ist es nicht unüblich, dass beide Partner die Rollen von Dom und Sub gelegentlich tauschen und ausprobieren, woran sie mehr Spaß haben. BDSM-Fortgeschrittene haben ihre Rolle meist schon gefunden und wechseln auch nicht mehr.

Dominanz und Unterwerfung sind im Sexleben meist sowieso schon angelegt. Oft gibt es beim Sex ganz subtil sowieso schon einen aktiveren (dominanten) und passiveren (devoten) Part.

Darüber hinaus gibt es natürlich ganz bewusste Möglichkeiten, im Bett das Kommando zu übernehmen. Hier ein paar Beispiele:

Gib Deinem Lover Befehle
Ermahne Deinen Lover, wenn er nicht gehorsam ist. Wenn er dann immer noch nicht dazugelernt hat, ist eine Strafe fällig. Du bist der Dom und er hat Dir zu gehorchen. Und wer nicht hören will, muss fühlen.

Fessle Deinen Lover
Und binde ihn auch erst wieder los, wenn Du es willst. Dein Lover hat hier nichts zu melden, auch dann nicht, wenn er anfängt zu betteln.

Zu den Bondage-Artikeln >

Verwöhne Deinen Lover mit (sanftem) Lustschmerz
Du entscheidest selbst, wie lange und intensiv Du Deinen Sub quälst. Hat er Dir mal wieder nicht gehorcht, obwohl Du ihn schon ausgepeitscht hast? Dann nimm die etwas dickere Peitsche. Vielleicht empfindet er die alte danach als Belohnung ...

Zu den Peitschen >

Dominiere Deinen Sub körperlich
Kratzen, sanftes Beißen oder an den Haaren ziehen – es muss gar nicht so heftig sein. Hauptsache, er weiß danach, wer der Boss ist.

Dominiere ihn auch verbal
Sag Deinem Sub ganz klar und deutlich, was Du von ihm erwartest. Und zwar ohne "Bitte" und "Danke". Du hast das Sagen und er hat Dir zu gehorchen!

Dirty Talk
Keine falsche Schüchternheit! Ab jetzt ist Dirty Talk Dein zweiter Name.

Du bist der Boss
Das heißt, Dein Sub hat Dich bei allem, was er tut vorher um Erlaubnis zu fragen. Du dagegen kannst mit ihm machen, wozu Du Lust hast und wann. Du bestimmst, wann der Sex losgeht und wann er wieder vorbei ist. Du entscheidest natürlich auch, wann und ob Dein Sub überhaupt einen Orgasmus haben wird. Lass ihn kommen, wenn er eine Aufgabe besonders gut gemeistert hat. Aber lass es nicht zur Gewohnheit werden.

Bei allem gemeinsamen Spaß am Spiel: Schluss ist immer ganz genau dann, wenn das Code-Wort genannt wird. Vertrauen und Respekt sind die Grundlagen von SM. Überschreitet niemals eine Schmerzgrenze. Es gibt schließlich auch viele andere Möglichkeiten, Euren Sub zu dominieren.

S WIE SADISMUS UND M WIE MASOCHISMUS


Oft wird BDSM mit reinem SM verwechselt. Aber wie Du ja mittlerweile weißt, umfasst BDSM noch viel mehr als man letztlich unter SM versteht.

Sadismus steht für die Lust daran, anderen Schmerzen zuzufügen, während Masochismus die Lust am zugefügten Schmerz bezeichnet. Dieser Schmerz muss nicht immer körperlich sein.


Körperlicher Schmerz:
Schlagen.
Beißen.
Kneifen.
Kratzen.
Psychischer Schmerz:
Beleidigen.
Demütigen.
Hervorrufen von Eifersucht.
.
Mischung aus beidem:
Der Sub muss erniedrigende sexuelle Handlungen ausführen.
Der Sub wird auch in der Öffentlichkeit geschlagen.
Der Sub muss auch in der Öffentlichkeit gegen seinen Willen handeln.
.

Wenn Du Sadismus spannend findest, aber noch nicht genau einschätzen kannst, welcher Peitschenschlag wie viel Schmerz verursacht, teste es lieber erst einmal an Dir selbst. So lernst Du Deine Kraft einzuschätzen und kannst auch Verantwortung für Deinen Lover übernehmen.

Wer nicht hören will muss fühlen

Im Sadomasochismus ist alles möglich. Beißen, schlagen, kratzen. Du kannst so ziemlich alles mit Deinem Partner anstellen, so lange es abgesprochen ist. Neben dem Auspeitschen ist das Spanking übrigens eine sehr beliebte Spielart.

Spanking steht im Grunde genommen für Schlagen. Früher waren damit hauptsächlich Schläge auf den Hintern gemeint. Allerdings gibt es auch eine ganze Menge anderer Körperregionen, in denen ein kleiner Klapps erotisches Kribbeln auslösen kann. Spanking ist eine gängige Praxis im SM und wird als Vorspiel oder auch während des direkten Sex angewandt. Solltest Du Lust auf Spanking haben, gibt es ein paar Dinge, die Du beim ersten Mal beachten solltest:


Wählt die richtige Position. Die komfortabelste ist wohl Doggy Style. So kannst Du Deinem Sub bequem den Hintern versohlen. Achtet aber darauf, dass der Sub keine Haltungsschäden davon trägt.
Geht's langsam an. Beginne lieber mit kurzen, sanften Klapsen und steigere die Intensität Deiner Schläge nach und nach. So könnt Ihr beide einschätzen, wo die Grenzen liegen und lernt, damit zu spielen.
Erstmal nur mit der Hand schlagen. Schließlich macht der Körperkontakt es leichter, Eure eigene Kraft einzuschätzen. Denkt immer daran, dass der Schmerz nur so stark sein darf, dass es beiden Lust macht.
Wenn Ihr einen Gegenstand für Eure Spanking-Spiele verwenden wollt, fangt erst mal mit der Hand an. Die "aufgewärmte" Haut verträgt den Schmerz besser und der Sub kann sich schon mal auf das einstellen, was ihn noch erwartet.
Gönnt Euch zwischendurch auch mal eine Pause. Zum Beispiel könnt Ihr nach fünf Schlägen fünf Minuten Pause einlegen. Die Pause könnt Ihr dann mit sanfteren Streicheleinheiten füllen. Denn auch beim Spanking gilt: Abwechslung tut gut und erhält die Spannung.
Wählt für's erst Mal eine Position, bei der Ihr möglichst viel Körperkontakt habt. Ihr könnt Euren Sub beispielsweise über das Knie legen. Wenn Ihr genug Vertrauen gefasst habt, könnt Ihr auch ein paar andere Positionen ausprobieren.
Gerade beim Spanking ist Sensibilität gefragt. Achte auf die Reaktionen Deines Lovers. Klar ist es seine Aufgabe, Dir zu sagen, wenn es ihm zu viel wird. Es schadet aber trotzdem nicht, wenn Du ein Auge auf ihn hast. Wenn Du das Gefühl hast, er verliert den Spaß, lass es etwas ruhiger angehen.
Fangt lieber vorsichtig an. Es ist das erste Mal, da muss nicht gleich jede Grenze festgelegt werden. Wenn es nach fünf Minuten schon wieder vorbei ist, muss das ja nicht heißen, dass Ihr beim nächsten Mal nicht einen Schritt weiter gehen könnt.
Das erste Mal Spanking ist für Euch beide aufregend. Aber als Dom bist Du derjenige, der die Zügel in der Hand hält. Versichere Dich deswegen immer mal wieder, ob der Spaß bei Deinem Lover auch nicht auf der Strecke bleibt.
Beendet Eure erste Spanking-Session angemessen. Nach der Tracht Prügel könnt Ihr Euren Lover zum Beispiel zärtlich massieren. Kühlt die Stellen, auf die es vorher Schläge gesetzt hat. Das pflegt nicht nur den Körper, es schafft auch Nähe und Vorfreude auf das nächste Mal.

Zu den Peitschen und Paddles >

NEUGIERIG AUF BDSM?


Wenn Du nach diesem kleinen Überblick jetzt Lust auf BDSM bekommen haben solltest, gehe es nicht zu ehrgeizig an. Vielleicht integrierst Du Elemente aus dem BDSM erst mal in Dein "normales" Liebesleben. So kannst Du ganz natürlich und langsam eigene Grenzen und Vorlieben und auch die Deines Lovers herausfinden. Experimentiert mit dem Machtverhältnis und entdeckt gemeinsam, wie weit Ihr gehen wollt. Dann steht Eurem Spaß nichts mehr im Wege.

Nehmt Euch Zeit für eine erste BDSM-Session. BDSM ist kein Quickie, genießt es. Schließt Eure Session auch immer liebevoll ab. Wenn Ihr Eure Rolle wieder abgegeben habt, spricht überhaupt nichts gegen eine Runde Kuschelsex.

BDSM ist ein Weg, den Ihr nur gemeinsam gehen könnt. Auch der Dom darf nie vergessen, dass nicht er im Mittelpunkt steht, sondern das Spiel. Alles, was Ihr macht, macht Ihr gemeinsam in völligem Einverständnis. Es kann eine Weile dauern, bis Ihr rausgefunden habt, was Euch Spaß macht und was eher nicht. Lasst Euch davon nicht entmutigen. Wenn Ihr eine kleine Pause braucht, nehmt sie Euch ganz einfach und verwöhnt Euch wieder mal mit gutem altem Blümchensex.


Zu den BDSM-Artikeln >